"Die experimentelle Laborarbeit gehört zum Werk Uwe Rauschs, der 1957 in Gelsenkirchen geboren wurde. Von den »üblichen Anfängen« in der Fotografie (1977) zog es ihn bald schon zur verfremdenden, verfremdeten Bildersprache, deren Handwerk er durch den befreundeten Fotografen Horst Lesser weiter entwickeln konnte. Zwischen 1978 und 1982 genoss Rausch diese Unterstützung in Form von Bildkritik und Laborpraxis. »In den Jahren der Zusammenarbeit habe ich viel von ihm gelernt«, sagt Rausch. »Die konstruktive Kritik Lessers hat mich weiter gebracht.«
Es folgte 1980 Rauschs erste Ausstellungen im Frankfurter Club Voltaire, in der bereits in seinen Landschaftsaufnahmen erste leichte Verfremdungen und kolorierte Bilder zu sehen waren. Die Ausstellung mit dem Themenschwerpunkt Dokumentarfotografie war im selben Jahr auch im Rathaus Hofheim zu sehen. Hilfreich war auch der Besuch des Hessencollegs für Rausch, wo ihm »hauptsächlich der weibliche Teil der Klasse Modell stand«, so daß er sich weitgehend autodidaktisch auch auf dem Gebiet der Portrait- und Personenfotografie weiter entwickeln konnte.
Zwischen 1983 und 1992 stellte Rausch die ernsthaften fotografischen Aktivitäten ein und machte sich zwischenzeitlich als Antiquar selbständig. Zunächst habe er keine besondere Perspektive als Fotograf gesehen und porträtierte lediglich FreundInnen.
In Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek und dem Jüdischen Museum Frankfurt setzte sich Rausch ab 1986 mit dem Leben und Werk des »Antipolitikers und Schriftstellers« Gustav Landauer auseinander.
Ab 1992 nahm Rausch seine fotografische Tätigkeit wieder auf. Von nun an könne man von einem »Arbeitsschwerpunkt Fotocollagen« sprechen, sagt Rausch. »Schon früher hatte ich verfremdet«, so Rausch, »das habe ich dann verfeinert und die Collagiertechnik verbessert. «
Grund für die Verfremdung sei, »daß die Fotografie für das, was ich ausdrücken möchte, einfach nicht ausreicht." Durch die Erweiterung gelingt es ihm, Aspekte zu dem eigentlich Abgebildeten hinzu zu nehmen, die in dem Bild zunächst nicht vorhanden sind. So verwendet er auch Aquarell- und Acrylmalerei sowie andere Materialien wie Lehm, Feuer, Rost, Mineralien oder Birkenrinde. So wird die berechenbare Fotografie durch den gesteuerten Zufalll ergänzt.
(Der Auszug beruht auf einem Text von Sandor Hafemann)
Verändert hat sich zum vorhergehenden Text, daß ich jetzt hauptberuflich, als Sachbearbeiter tätig bin und zwischenzeitlich das Fotolabor weitesgehend gegen den Computer ausgetauscht habe. Hybridverfahren und Graustufendrucker erfreuen aber weiterhin das alte Laborantenherz.
Bisher habe ich u.a. bei folgenden Verlagen Bilder veröffentlicht: